Outbound & Akquise
27.04.2026

Den richtigen Ansprechpartner im Unternehmen finden (So gehts richtig)

Den richtigen Ansprechpartner im Unternehmen finden: 4 Recherche-Methoden, die passenden Fragen am Telefon und ein Praxis-Guide für den B2B-Vertrieb 2026.
Janik Deimann
Janik Deimann

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Du weißt, mit welchem Unternehmen du sprechen willst. Aber niemand kennt den passenden Kontakt drin. Genau das ist im B2B-Vertrieb der häufigste Engpass.

Es geht selten um „mehr Firmen". Meistens geht es darum, in den bekannten Zielfirmen den richtigen Menschen zu erwischen. Dieser Ratgeber zeigt dir, wie du systematisch zur richtigen Person kommst. Mit konkreten Recherche-Wegen, den richtigen Fragen am Telefon und einem klaren Bild davon, wann du den Geschäftsführer ansprichst und wann den Einkauf.

Das Wichtigste in Kürze
  • An einer durchschnittlichen B2B-Kaufentscheidung sind 6 bis 7 Personen beteiligt. Wer nur einen Kontakt aufbaut, lässt regelmäßig Deals liegen.
  • Im Mittelstand führt der Weg meist über den Geschäftsführer oder die Bereichsleitung. Bei Konzernen über den Einkauf, der Vendor-Vetting-Prozesse durchläuft.
  • „Sind Sie der Entscheider?" ist die unzuverlässigste Frage im Vertrieb. Beide Seiten neigen reflexhaft zur falschen Antwort. Frag stattdessen nach Prozess und Auswahlkriterien.
  • Klassische Datenbank-Tools wie Apollo oder Cognism funktionieren gut bei Standard-Filtern. Bei spezifischen Suchprofilen oder im deutschen Mittelstand stoßen sie an ihre Grenzen.

Warum der richtige Ansprechpartner der Engpass im B2B-Vertrieb ist

In vielen Vertriebsteams läuft die Akquise-Logik so ab. Erst kommt eine Firmenliste, dann ein Tool für Mailadressen, dann Outreach. Der Schritt dazwischen, also die Frage „wer in dieser Firma ist eigentlich der richtige Mensch", wird oft übersprungen oder oberflächlich erledigt.

Die Zahlen zeigen, warum das so teuer wird. An einer typischen B2B-Kaufentscheidung sind im Durchschnitt 6,7 Personen beteiligt, wie Gartner in seinen Studien zur B2B-Buying-Journey berichtet. Wer mit nur einem Kontakt arbeitet, ignoriert einen Großteil des Entscheidungsgremiums.

Gleichzeitig sind laut einer Auswertung des LinkedIn B2B Institute mit Prof. John Dawes nur etwa 5 % aller B2B-Kunden zu einem gegebenen Zeitpunkt aktiv kaufbereit. 95 % sind „out of market". Den richtigen Ansprechpartner zu kennen, bevor Bedarf entsteht, ist im B2B oft mehr wert als jede noch so optimierte Outreach-Sequenz.

Aus meiner Einschätzung ist das die unbequeme Wahrheit hinter vielen Vertriebs-Stagnationen. Das Problem ist selten das Pitch-Deck oder die E-Mail-Sequenz. Das Problem ist, dass die Mail bei der falschen Person liegt oder beim richtigen Menschen zur falschen Zeit ankommt.

Bei unseren LeadScraper-Kunden begegnet uns das immer wieder. Sie wissen genau, mit welchen Firmen sie sprechen wollen. Branche, Größe, Region, manchmal sogar konkrete Wunschkunden. Was sie nicht wissen, ist wer dort drin der richtige Mensch ist. Beim falschen Kontakt passieren drei Dinge gleichzeitig. Du verlierst 30 bis 60 Minuten Gesprächszeit, du argumentierst auf der falschen Ebene, und du verbrennst Trust. Wenn die falsche Person den ersten Eindruck bekommt und das Thema intern weiterreicht, ist die Argumentation oft schon halb verwässert.

Buying Center kompakt: Die 6 Rollen und was sie für deine Argumentation bedeuten

Das Buying Center ist das Entscheidungsgremium in einem Unternehmen, das gemeinsam über einen Kauf entscheidet. Im Englischen heißt es Decision Making Unit. Nicht jede Rolle hat dieselbe Macht, aber jede hat Einfluss.

RolleTypische Funktion in der PraxisWas deine Argumentation treffen muss
InitiatorBereichs- oder Teamleitung, die den Bedarf merkt; im Mittelstand oft auch der Geschäftsführer selbstAnlass und akuter Pain, plus erster Beweis, dass die Lösung machbar ist
UserAußendienst, Sachbearbeitende, Operations-Team, die täglich damit arbeitenBedienbarkeit, Zeitersparnis im Tagesgeschäft, weniger Klicks pro Vorgang
InfluencerIT-Leitung, Datenschutzbeauftragte, Controlling oder externe FachberatungTechnische Integrierbarkeit, Compliance, Standards (DSGVO, ISO 27001, ERP-Schnittstellen)
DeciderCFO, Geschäftsführung oder Bereichsleitung mit BudgetverantwortungROI mit konkreten Zahlen, strategische Wirkung, Risiko-Reduktion
BuyerStrategischer Einkauf, Rahmenvertrags-Verantwortliche; im Mittelstand oft die Geschäftsführung selbstPreis, Lieferbedingungen, Vertragsklauseln, Compliance-Nachweise
GatekeeperVorzimmer, Geschäftsführer-Assistenz, im Service-Geschäft auch die EmpfangskraftRespekt vor Filter-Routine, sachlicher und klarer Anlass des Kontakts

Im Mittelstand fallen mehrere Rollen oft auf eine Person. Ein Geschäftsführer eines 30-Personen-Betriebs ist gleichzeitig Initiator, Decider und Buyer. Im Konzern dagegen gibt es selten weniger als fünf bis sieben beteiligte Köpfe. Das hat direkte Folgen dafür, wo du deinen Erstkontakt platzierst.

Ein konkretes Beispiel macht das greifbar. Bei einem mittelständischen Maschinenbauer mit 180 Mitarbeitenden, der eine neue Vertriebssoftware einführen will, ist die Vertriebsleiterin meist Initiator, die zehn Außendienstler sind User, der IT-Leiter ist Influencer, der CFO Decider, die Geschäftsführerin Buyer und ihre Assistenz Gatekeeper. Wer beim CFO mit Bedienkomfort argumentiert, hört ein höfliches Nein. Wer dem IT-Leiter mit ROI-Zahlen kommt, hört „das ist nicht mein Bewertungskriterium". Genau hier zahlt sich die Buying-Center-Analyse aus.

An wen du dich wendest: Mittelstand, Konzern und vier Recherche-Wege

Mittelstand vs. Konzern

Im klassischen deutschen Mittelstand mit 20 bis 200 Mitarbeitenden ist der Geschäftsführer in den meisten Fällen tatsächlich der echte Decider. Direkter Kontakt funktioniert, sofern der Anlass klar ist. Bei Handwerks- und Industriebetrieben ist es oft der Inhaber oder Meister, in technischen Fachbetrieben der Bereichsleiter mit Budgetverantwortung.

Im Konzern verschiebt sich das Bild. Hier landet ein Direktversuch beim CFO oder CEO meist sofort wieder beim Einkauf, der Vendor-Vetting fährt mit Hintergrund-Checks, Sicherheits-Compliance und Rahmenverträgen. Wer das akzeptiert und sich als Lieferant mit konkretem Angebot positioniert, kommt sauber rein. Faustregel aus der Praxis: Bis 100 Mitarbeitende reicht meist eine Person. Zwischen 100 und 500 ist es oft ein Dreigespann aus Bereichsleitung, Fachexperte und Einkauf. Ab 500 musst du mit fünf bis sieben Beteiligten rechnen.

Recherche-Weg 1: LinkedIn und Xing

LinkedIn mit dem Sales Navigator ist im B2B die Nummer eins für die Personensuche. Du filterst nach Funktion, Unternehmensgröße, Region und Senioritätsstufe. Posts und Kommentare des Wunschkontakts liefern oft den natürlichen Gesprächsanlass. Im klassischen deutschen Mittelstand und im Handwerk ist die Abdeckung allerdings dünn. Ein 60-Mann-Sanitärbetrieb pflegt selten ein vollständiges Firmenprofil mit allen Mitarbeitenden. Xing hat im DACH-Raum noch Restbedeutung, vor allem in Mittelstand und öffentlichem Sektor. Für eine systematische Vorgehensweise hilft der Beitrag zur B2B-Leadrecherche.

Screenshot vom Linkedin Sales Navigator

Recherche-Weg 2: Unternehmenswebsite, Impressum und Handelsregister

Die Unternehmenswebsite ist die verlässlichste Quelle für den Mittelstand. Auf der „Über uns"- oder „Team"-Seite stehen oft die Bereichsleitenden mit Funktion und manchmal direkter Mailadresse. Im Impressum findest du Geschäftsführer, Adressen und Handelsregisternummer. Über den Bundesanzeiger und das Unternehmensregister kommst du an Jahresabschlüsse, Gesellschafter und Prokuristen. Pressemeldungen liefern Hinweise auf neue Führungskräfte und Investitionen, die oft die besten Trigger für einen Erstkontakt sind.

Recherche-Weg 3: Telefonzentrale und die richtigen Fragen am Hörer

Die Telefonzentrale wird im modernen Vertrieb oft komplett übergangen. Das ist ein Fehler. Eine geübte Empfangskraft oder Geschäftsführer-Assistenz weiß genau, wer im Haus für welches Thema zuständig ist. Sie hat zwei Aufgaben gleichzeitig, irrelevante Anrufe abblocken und relevante Anrufe durchstellen. Der Tonfall und die Frage entscheiden, welcher Modus aktiviert wird. Wer fragt „wer ist bei Ihnen für [Thema] zuständig", bekommt fast immer „dürfen wir nicht rausgeben". Die Frage klingt wie Verkäufer-Sprech. Es lohnt sich, einen Umweg über die Geschäftsführer-Assistenz zu nehmen.

Tipp: Die „Angenommen"-Frage an die Assistenz

Eine Methode des deutschen B2B-Sales-Trainers Stephan Heinrich: Statt zu fragen „wer ist für X zuständig", erfrag in der Zentrale erst den Namen der GF-Assistenz und ruf dort gezielt an. Dann diese Frage:

„Angenommen, Herr Müller müsste ernsthaft prüfen, ob [Ihr Thema] in Ihrem Hause adäquat abgedeckt ist. Wem in Ihrem Hause würde er das übertragen?"

Die Frage ist hypothetisch und triggert die Delegations-Routine, die jede gute Assistenz täglich ausübt. Du bekommst freiwillig den Namen der richtigen Funktionsebene, ohne den Schutzwall-Reflex auszulösen.

Mit dieser Methode hast du den Namen der richtigen Funktionsebene. Sobald du diese Person am Hörer hast, entscheidet die nächste Frage, ob du Tempo aufnimmst oder Zeit verlierst. „Sind Sie der Entscheider?" ist die am häufigsten gestellte und gleichzeitig unzuverlässigste Frage im B2B-Vertrieb. Echte Decider antworten oft mit „wir sind mehrere", weil sie sich Verteidigungsraum schaffen. Mid-Level-Manager antworten reflexhaft mit „ja, das geht über mich", weil die Frage ihr Status-Ego trifft. Sales-Trainer wie Matt Easton und Jeremy Miner sind sich einig, beide Antworten sind im Schnitt falsch.

Was funktioniert, ist die Frage nach dem Prozess. „Können Sie mich kurz durch Ihren Auswahlprozess führen?" oder „Wer ist sonst noch beteiligt, wenn so eine Investition geprüft wird?" zwingen niemanden zu einer Statusfrage. Stattdessen aktivieren sie das natürliche Beschreibungsverhalten. Der Gesprächspartner skizziert das Buying Center freiwillig und nennt dabei oft Namen. Eine zweite gute Variante zielt auf Kriterien, etwa „welche Anforderungen müsste ein Anbieter wie wir erfüllen, damit es für Sie überhaupt einen Termin wert ist".

Statt zu telefonieren schicken viele Vertriebler eine Mail an info@firma.de und hoffen, dass jemand sie weiterleitet. Das funktioniert in unter einem Prozent der Fälle. Eine Mail an die zentrale Adresse ist im B2B eher eine Bewerbung mit Statistik-Risiko als ein Akquise-Schritt. Wer das Outreach systematisch aufbauen will, findet weiterführende Einordnung im Beitrag zu Cold E-Mail Outreach.

Recherche-Weg 4: KI-gestützte Recherche-Tools

Wenn manuelle Recherche zu zeitintensiv wird, kommen spezialisierte Tools ins Spiel. Sie sammeln öffentlich zugängliche Daten zu Unternehmen und Personen, verknüpfen diese mit Funktionsangaben und liefern verifizierte Mailadressen. Der Markt teilt sich grob in zwei Architektur-Klassen.

Klassische Datenbank-Tools halten einen großen Pool an Firmen- und Personendatensätzen vor und geben ihn über Filter aus. Apollo.io, Cognism, Lusha und ZoomInfo gehören in diese Kategorie. Sie funktionieren gut, solange dein Suchprofil zu Standard-Filtern passt (Branche, Funktion, Größe, Region). Bei spezifischen Profilen wie „Sanitärbetrieb mit eigener Photovoltaik-Sparte und mindestens drei Meistern" scheitern statische Filter regelmäßig, weil die Tag-Logik zu grob ist. Im klassischen deutschen Mittelstand und im Handwerk ist die Datenbasis dieser Tools zudem oft dünn.

Reasoning-basierte Tools drehen die Logik um. LeadScraper ist ein Beispiel dafür. Du beschreibst dein Suchprofil in eigenen Worten. Das System interpretiert das semantisch und entscheidet pro Firma, welcher Kontakt im richtigen Funktionsbereich passt. Das funktioniert auch dann, wenn dein Profil nicht in feste Filter-Tags fällt. Mit jeder Daumen-hoch- oder Daumen-runter-Bewertung pro Anfrage entsteht zusätzlich ein Kontext, der nur für dich gilt. Das System trifft deine Zielgruppe so mit jeder Nutzung präziser. Wer den Ansatz konzeptionell tiefer verstehen will, findet weitere Einordnung in den Beiträgen zu KI in der Leadgenerierung und zu Leadagenturen im Vergleich.

Recherche-WegStärkeSchwäche
LinkedIn / Sales NavigatorFunktions-Filter, Posts als Trigger, hohe Abdeckung im SaaS und KonzernSchwach im Mittelstand, Handwerk und konservativen Branchen
Xing / Webseite / HandelsregisterVerlässlich für Geschäftsführung und PressemeldungenPflegestand uneinheitlich, oft nur Top-Ebene
Telefonzentrale + AssistenzLiefert die richtige Funktionsebene direkt, mit Insider-WissenZeitintensiv, erfordert Gesprächs-Skill
KI-Recherche-ToolsHunderte Firmen automatisiert recherchierbarKlassische Datenbanken scheitern an Nischen-Profilen

Fazit

Die meisten B2B-Teams investieren zu viel Energie in größere Firmenlisten und zu wenig in die Frage, wer in der bekannten Firma überhaupt der richtige Mensch ist. Aus meiner Einschätzung liegt genau hier die größte Stellschraube für mehr Pipeline mit weniger Aufwand.

In der Praxis kommst du am weitesten mit drei Dingen. Die Process-Frage am Hörer ersetzt die unzuverlässige „Sind Sie der Entscheider"-Frage. Mittelstand-Direktkontakt funktioniert anders als Konzern-Vendor-Vetting. Und bei Listen ab 100 Firmen entscheidet die Tool-Architektur darüber, ob du deine Nische erreichst oder leer ausgehst.

Wenn du heute starten willst, fang nicht mit dem Tool an. Greif zum Hörer, nutz die „Angenommen"-Frage an die Assistenz und sortier deine Zielfirmen nach Mittelstand oder Konzern. So holst du in einer Stunde mehr richtige Namen heraus als mit einer Woche stiller Datenbanksuche. Alles andere kommt danach.

Häufige Fragen zum richtigen Ansprechpartner im Unternehmen

Was ist ein Buying Center?

Ein Buying Center, auch Einkaufsgremium oder Decision Making Unit genannt, ist die Gruppe von Personen in einem Unternehmen, die gemeinsam über eine Anschaffung entscheidet. Klassischerweise umfasst es sechs Rollen: Initiator, User, Influencer, Decider, Buyer und Gatekeeper. Im Mittelstand fallen mehrere Rollen oft auf eine Person, im Konzern verteilen sie sich auf fünf bis sieben Personen.

Wer ist der Entscheider in einem B2B-Unternehmen?

Im Mittelstand ist es in der Regel der Geschäftsführer oder Inhaber, im Konzern selten eine einzelne Person. Hier gibt der CFO oder die Bereichsleitung das Budget frei, der Einkauf wickelt die Vertragsverhandlung ab, und Fachexperten haben Veto-Macht über die technische Eignung. Wichtiger als die Frage „wer ist der Entscheider" ist deshalb die Frage „wie läuft der Entscheidungsprozess intern ab".

Soll ich den Geschäftsführer direkt anschreiben oder mich hocharbeiten?

Bei Mittelständlern bis etwa 200 Mitarbeitenden funktioniert der direkte Kontakt zum Geschäftsführer in der Regel gut. Bei Konzernen führt der Direktversuch oft zurück in den Einkauf, der Lieferanten-Vetting fährt. Hier ist es effizienter, sich gleich als Vendor mit konkretem Angebot beim Einkauf zu positionieren.

Wie viele Personen sind an einer B2B-Kaufentscheidung beteiligt?

Laut Gartner sind im Schnitt 6 bis 7 Personen an einer typischen B2B-Kaufentscheidung beteiligt. In komplexen Software-Deals oder bei Investitionsgütern kann die Zahl auf 10 und mehr steigen. Wer nur einen Kontakt aufbaut, ignoriert systematisch den Großteil des Gremiums und verliert im Schnitt mehr Deals als nötig.

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