Akquise-Anschreiben: Vorlagen, die 2027 noch ankommen


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TESTACCOUNT ANLEGENDie meisten Akquise-Anschreiben scheitern im ersten Satz. Sie fangen mit „wir sind ein führender Anbieter von“ an, listen danach Leistungen auf und enden mit der Bitte um ein unverbindliches Gespräch. Das Muster ist so bekannt, dass die Empfänger nach zwei Zeilen aussteigen.
Ein gutes Anschreiben macht genau eine Sache anders. Es beweist gleich im ersten Satz, dass jemand nachgesehen hat, bevor er zu schreiben angefangen hat. Betreff, Aufbau, Nutzenversprechen und Handlungsaufforderung bauen alle darauf auf. Fehlt dieser Satz, trägt auch der beste Text nicht.
Hier bekommst du den Aufbau, der funktioniert, fünf Vorlagen für Situationen, die im B2B-Alltag tatsächlich vorkommen, dazu die rechtlichen Grenzen, die beim Versand gelten.
Das Wichtigste in Kürze
- Werbung per E-Mail an neue Kontakte braucht in Deutschland eine vorherige Einwilligung. Das steht in § 7 Abs. 2 Nr. 2 UWG und gilt auch im B2B.
- Der Werbebrief per Post ist der rechtlich sichere Kanal, weil er ohne Einwilligung auskommt.
- Ein Anschreiben verkauft nichts. Es soll eine Antwort auslösen, mehr nicht.
- Jede gute Vorlage braucht einen echten Rechercheanker, also einen Satz, den du nur über dieses eine Unternehmen schreiben kannst.
- Realistische Antwortquoten im B2B-Outbound liegen bei 2 bis 5 Prozent. Wer 20 Prozent verspricht, rechnet anders oder schreibt an Bestandskunden.
Was ein Akquise-Anschreiben leisten muss
Ein Akquise-Anschreiben ist der erste schriftliche Kontakt zu einem Unternehmen, das dich noch nicht kennt und dich nicht angefragt hat. Es kann als Brief kommen, als E-Mail oder als Nachricht über LinkedIn. Manche nennen es Kundenakquise-Anschreiben oder Anschreiben zur Neukundengewinnung, gemeint ist immer dasselbe.
Der häufigste Fehler passiert vor dem ersten Satz, nämlich bei der Zielsetzung. Viele Anschreiben versuchen, das komplette Angebot unterzubringen. Leistungen, Referenzen, Alleinstellungsmerkmale, alles auf einer Seite. Das Ergebnis liest sich wie ein Prospekt und landet entsprechend schnell im Papierkorb.
Ein Anschreiben hat genau eine Aufgabe. Es soll den Empfänger dazu bringen, zu antworten. Alles andere kommt später, der Kauf ebenso wie das vollständige Verständnis deines Angebots. Aus meiner Erfahrung wird ein Anschreiben spürbar besser, sobald man jeden Satz daraufhin prüft, ob er diese eine Aufgabe unterstützt oder nur den Absender gut aussehen lässt.
Brief oder E-Mail? Diese Frage entscheidet über deine Rechtslage
Bevor du überlegst, was du schreibst, musst du entscheiden, wie du es verschickst. Die beiden Kanäle unterscheiden sich rechtlich erheblich. Für den einen brauchst du die vorherige Zustimmung des Empfängers, für den anderen nicht.
E-Mail-Werbung braucht eine Einwilligung
§ 7 Abs. 2 Nr. 2 UWG stuft Werbung per E-Mail ohne vorherige ausdrückliche Einwilligung des Empfängers als unzumutbare Belästigung ein. Diese Regel kennt keine B2B-Ausnahme. Eine Kaltakquise-Mail an eine Firma, die dich nicht kennt, ist nach dieser Vorschrift unzulässig, auch wenn die Adresse öffentlich im Impressum steht.
Die einzige nennenswerte Ausnahme steht in § 7 Abs. 3 UWG und betrifft Bestandskunden. Wer bei dir gekauft hat, darf unter engen Voraussetzungen Werbung für ähnliche Produkte bekommen, solange du beim Erheben der Adresse und in jeder Mail auf das Widerspruchsrecht hinweist.
Hier werden zwei Dinge oft vermischt. Die DSGVO regelt, ob du die Kontaktdaten überhaupt verarbeiten darfst und dafür kann ein berechtigtes Interesse nach Art. 6 Abs. 1 lit. f ausreichen. Das UWG regelt getrennt davon, ob du an diese Adresse eine Werbemail schicken darfst. Ein berechtigtes Interesse an der Datenverarbeitung ersetzt die Einwilligung nach UWG nicht.
Meine Einschätzung dazu ist zwiespältig. Kaltakquise per E-Mail funktioniert, sonst würden nicht so viele Unternehmen im DACH-Raum damit arbeiten. Rechtlich sauber ist sie deswegen trotzdem nicht. Wer diesen Weg geht, sollte fest einplanen, dass früher oder später eine Abmahnung kommt. Das gehört dann in die Kostenrechnung und nicht in die Kategorie Restrisiko, das schon nicht eintreten wird. Wer dieses Risiko nicht tragen will, nimmt den Brief.
Warum der Brief der sicherere Weg ist
Für Briefwerbung an Unternehmen gilt diese Einwilligungspflicht nicht. Du verarbeitest zwar weiterhin personenbezogene Daten, wenn du einen namentlichen Ansprechpartner anschreibst und musst Betroffenenrechte sowie ein Widerspruchsrecht beachten. Der Versand selbst ist aber zulässig, solange die Ansprache nicht belästigend wird.
Dazu kommt ein praktischer Vorteil. Im Postfach eines Geschäftsführers stapeln sich täglich die Mails, im Briefkasten liegen ein paar Umschläge. Im Vertriebsforum r/sales hat ein Vertriebsmitarbeiter seine Kanäle danach sortiert, was bei ihm am besten funktioniert. Ganz vorne steht der persönliche Besuch, danach folgen persönliche Post und Pakete, dann gezielte Anrufe, ganz am Ende E-Mails. Der Kommentar bekam über 50 Upvotes und deckt sich mit dem, was ich aus Kampagnen kenne.
| Brief per Post | ||
|---|---|---|
| Einwilligung nötig | Nein | Ja, vorher und ausdrücklich |
| Kosten je Kontakt | Porto, Druck, Kuvertierung | nahezu null |
| Aufmerksamkeit | hoch, wenig Wettbewerb im Briefkasten | niedrig, überfülltes Postfach |
| Technisches Risiko | keines | Spamfilter, Domain-Reputation |
| Messbarkeit | nur über Rückläufer | Öffnungen, Klicks, Antworten |
| Passt für | kleinere, hochwertige Zielgruppen | Bestandskunden und Kontakte mit Einwilligung |
Der offensichtliche Einwand gegen den Brief ist der Aufwand. Drucken, falten, frankieren und bei handschriftlichen Elementen wird es richtig mühsam. Genau deshalb geben viele Unternehmen diesen Teil aus der Hand. Beim Leadscraper Autopilot gehören handgeschriebene Briefe zum Leistungsumfang, zusammen mit der vorgelagerten Recherche und der Nachverfolgung. Der eigentliche Effekt liegt dabei im Umschlag. Handgeschriebene Post wird geöffnet, während ein Fensterkuvert mit Serienbrief-Optik im Stapel untergeht.
Der Aufbau, der funktioniert
Unabhängig vom Kanal trägt jedes gute Anschreiben dieselben fünf Bausteine. Die Reihenfolge ist wichtiger, als die meisten denken.
Die fünf Bausteine an einem Beispiel
So sieht der Aufbau aus, wenn er an einem echten Anschreiben durchgespielt wird.
Betreff
„Ihre neue Halle in Kassel“
Klingt nach Anliegen, nicht nach Werbung. Keine Prozentzahlen, keine Superlative.
Erster Satz · Rechercheanker
„In der Hessischen Allgemeinen habe ich gelesen, dass Sie in Kassel eine zweite Fertigungshalle in Betrieb nehmen.“
Der Satz, den du nur über dieses eine Unternehmen schreiben kannst. Ohne ihn ist der Rest ein Serienbrief.
Nutzenteil
„Bei Betrieben, die auf zwei Standorte wachsen, laufen Aufträge erfahrungsgemäß eine Zeit lang doppelt durch getrennte Systeme.“
Beschreibt das Problem, das in dieser Lage typischerweise auftritt. Deine Leistungen kommen hier noch nicht vor.
Referenz
„Bei der Meyer GmbH haben wir das zusammengeführt, die Durchlaufzeit ging dort um ein Fünftel zurück.“
Ein Satz, der die Behauptung trägt. Vergleichbarer Kunde, konkrete Zahl, gleiche Branche.
Handlungsaufforderung
„Ob das bei Ihnen ein Thema ist, weiß ich nicht. Falls doch, genügt eine kurze Antwort.“
Eine einzige kleine Bitte. Je kleiner der erste Schritt, desto höher die Antwortquote.
Fällt Baustein 2 weg, tragen 3 bis 5 nicht mehr. Deshalb entscheidet die Recherche über das Anschreiben, nicht die Formulierung.
Betreffzeile oder Briefkopf
Die Betreffzeile entscheidet, ob der Rest gelesen wird. Sie sollte konkret sein und keinen Werbeton haben. „Frage zu Ihrem neuen Standort in Kassel“ funktioniert, weil sie nach einem echten Anliegen klingt. „Steigern Sie Ihre Effizienz um 30 Prozent“ funktioniert nicht, weil jeder Empfänger sofort weiß, was folgt.
Beim Brief übernimmt die Betreffzeile dieselbe Funktion, hat aber mehr Platz.
Der erste Satz als Rechercheanker
Der erste Satz muss zeigen, dass dieser Brief nur an dieses eine Unternehmen gehen konnte. Eine neue Niederlassung, eine ausgeschriebene Stelle, ein Umbau, eine Zertifizierung, ein Maschinenpark. Irgendetwas, das du nachgeschaut hast.
Das ist der Baustein, an dem die meisten Anschreiben scheitern. Das passiert auf zwei Arten. Entweder fehlt er ganz, dann beginnt der Brief mit „wir sind ein führender Anbieter von“. Oder er ist erfunden beziehungsweise veraltet und fällt sofort auf.
Der Nutzenteil
Zwei bis drei Sätze, die den Bezug vom Rechercheanker zu deinem Angebot herstellen. Beschreibe darin ein Problem, das bei einem Unternehmen in dieser Lage typischerweise auftritt. Deine Leistungen gehören an diese Stelle noch nicht.
Die Referenz
Ein Satz, der deine Behauptung trägt. Ein vergleichbarer Kunde, eine Zahl aus einem abgeschlossenen Projekt, ein Ergebnis aus derselben Branche. Fehlt diese Stütze, bleibt der Nutzenteil eine Behauptung unter vielen.
Die Handlungsaufforderung
Eine einzige kleine Bitte. Am besten eine Frage, die sich mit einem Satz beantworten lässt. „Vereinbaren Sie einen Termin“ verlangt an dieser Stelle zu viel auf einmal. Je kleiner der erste Schritt, desto höher die Antwortquote.
Tipp zur Länge
Ein Akquise-Anschreiben passt auf eine halbe Seite. Wenn dein Entwurf länger ist, streiche zuerst alles, was über dein eigenes Unternehmen erzählt. In den meisten Entwürfen sind das zwei Drittel des Textes.
Fünf Vorlagen für fünf Situationen
Die folgenden Muster sind Gerüste. Die eckigen Klammern markieren die Stellen, an denen deine Recherche stehen muss. Bleibt dort eine Floskel stehen, hast du einen Serienbrief geschrieben.
Vorlage 1: Postbrief an einen kalten B2B-Erstkontakt
Wann: Erstkontakt ohne jede Vorbeziehung. Was du brauchst: einen namentlichen Ansprechpartner und ein konkretes Ereignis beim Zielunternehmen.
Betreff: Ihre neue Halle in [Ort]
Sehr geehrter Herr [Name],
in der [Quelle, z. B. Lokalzeitung, Branchenportal] habe ich gelesen, dass Sie in [Ort] eine zweite Fertigungshalle in Betrieb nehmen.
Bei Betrieben, die auf zwei Standorte wachsen, laufen Aufträge erfahrungsgemäß eine Zeit lang doppelt durch getrennte Systeme. Wir haben das bei [Referenzkunde, gleiche Branche] zusammengeführt, die Durchlaufzeit ging dort um [Zahl] zurück.
Ob das bei Ihnen überhaupt ein Thema ist, weiß ich nicht. Falls doch, schicke ich Ihnen gern auf einer Seite, wie wir bei [Referenzkunde] vorgegangen sind. Eine kurze Antwort per Mail genügt mir.
Mit freundlichen Grüßen
[Name]
Der entscheidende Satz ist der vorletzte. „Ob das bei Ihnen überhaupt ein Thema ist, weiß ich nicht“ nimmt dem Brief den Verkaufsdruck. Ich habe lange gebraucht, um diesen Satz zuzulassen, weil er sich schwach anfühlt. Er wirkt aber, weil er ehrlich ist.
Vorlage 2: E-Mail nach Messe- oder Veranstaltungskontakt
Wann: Ihr habt euch persönlich getroffen und Karten getauscht. Rechtlich: Hier liegt in der Regel eine Einwilligung oder zumindest eine dokumentierbare Kontaktanbahnung vor. Notiere dir Anlass und Datum.
Betreff: Unser Gespräch zu [Thema] auf der [Messe]
Hallo Frau [Name],
wir haben uns Mittwoch an Ihrem Stand über [konkretes Thema aus dem Gespräch] unterhalten. Sie sagten, dass [wörtliche Erinnerung an ihre Aussage].
Genau dazu habe ich Ihnen die Unterlage angehängt, die ich erwähnt hatte. Seite 3 beschreibt den Fall, der Ihrer Situation am nächsten kommt.
Wenn Sie darüber sprechen möchten, sagen Sie mir zwei Zeitfenster, die Ihnen passen.
Viele Grüße
[Name]
Vorlage 3: E-Mail nach einem Trigger Event
Wann: Beim Zielunternehmen ist etwas passiert, das einen Bedarf auslöst. Neue Geschäftsführung, Finanzierungsrunde, Ausschreibung, Standorteröffnung. Welche Ereignisse sich eignen, steht ausführlich bei den Trigger Events im Vertrieb. Rechtlich: Für den Erstkontakt per Mail brauchst du eine Einwilligung. Ohne die nimm diese Vorlage als Brief.
Betreff: [Konkretes Ereignis] bei [Firma]
Hallo Herr [Name],
Sie suchen seit [Zeitraum] [Anzahl] neue [Position]. Bei der Zahl an Neueinstellungen kippt die Einarbeitung oft von „macht der Kollege nebenbei“ zu einem echten Engpass.
[Referenzkunde] stand vor zwei Jahren an derselben Stelle. Wir haben die Einarbeitung dort auf [Ergebnis] gebracht.
Lohnt sich ein Austausch dazu, oder haben Sie das intern schon gelöst?
Viele Grüße
[Name]
Die Schlussfrage bietet bewusst einen Ausweg an. Wer „haben wir gelöst“ antwortet, hat trotzdem geantwortet und du weißt, woran du bist. Genau diese Antworten fehlen dir, wenn du nur nach einem Termin fragst.
Vorlage 4: Wiederansprache eines eingeschlafenen Kontakts
Wann: Es gab Kontakt, dann wurde es still. Rechtlich: Bei ehemaligen Kunden greift meist § 7 Abs. 3 UWG, Hinweis auf das Widerspruchsrecht gehört trotzdem in jede Mail. Zur Systematik dahinter passt die Warmakquise im B2B.
Betreff: [Thema von damals], zwei Jahre später
Hallo Frau [Name],
wir hatten [Zeitraum] über [Thema] gesprochen. Damals passte es nicht, weil [konkreter Grund von damals].
Seitdem hat sich bei uns [konkrete Änderung] getan. Das betrifft genau den Punkt, an dem es damals gescheitert ist.
Falls das Thema wieder aktuell ist, melden Sie sich gern. Wenn nicht, sagen Sie einfach Bescheid, dann komme ich nicht noch einmal darauf zurück.
Viele Grüße
[Name]
Diese Vorlage lebt vom Satz „weil [konkreter Grund von damals]“. Wer den nicht mehr weiß, hat sein CRM nicht gepflegt und sollte diese Vorlage nicht verwenden.
Vorlage 5: Das Follow-up, wenn nichts zurückkommt
Wann: Fünf bis sieben Werktage nach dem Erstkontakt. Wie viele Nachfassversuche sinnvoll sind, klärt der Follow-up im Vertrieb.
Betreff: Re: [ursprünglicher Betreff]
Hallo Herr [Name],
meine Nachricht von letzter Woche ist vermutlich untergegangen.
Kurzfassung: [ein Satz zum Nutzen]. Bei [Referenzkunde] hat das [Ergebnis] gebracht.
Eine Zeile Antwort reicht mir, auch ein Nein.
Viele Grüße
[Name]
Kein „ich wollte nur nochmal nachhaken“ und keine Entschuldigung für die Störung. Beides schwächt die Nachricht, ohne irgendetwas zu verbessern.
Personalisierung, die keiner sofort durchschaut
Seit KI-Tools jede Mail mit einem Einleitungssatz versehen können, ist Personalisierung zur Standarderwartung geworden. Empfänger erkennen die Muster inzwischen sofort.
In einem Thread im Subreddit r/sales beschwerte sich ein Nutzer über genau diese Mails, die mit einer belanglosen Frage beginnen und dann in den Pitch kippen. Der meistbewertete Kommentar persifliert das Muster: „Okay, aber was, wenn ich dir zu deiner Series-B-Finanzierung gratuliere, die vor sechs Jahren stattgefunden hat und dich frage, wie sich das auf deine Wachstumsziele auswirkt?“
Das ist der Kern des Problems. Ein Bezug, der nachweislich nicht geprüft wurde, ist schlimmer als gar kein Bezug. Er zeigt, dass jemand den Anschein von Aufmerksamkeit erzeugen wollte, ohne aufmerksam zu sein.
In einem zweiten Thread beschreibt ein Vertriebsmitarbeiter dasselbe Problem aus anderer Richtung. KI habe das Personalisieren so einfach gemacht, dass die Postfächer der Käufer inzwischen voll davon seien und die Messlatte für eine Antwort damit höher liege als je zuvor. Ich teile diese Einschätzung. Was heute noch wirkt, ist Recherche, die sich nicht automatisieren lässt, also ein Detail, das man nur findet, wenn man wirklich nachgesehen hat.
Praktisch heißt das: Ein Satz pro Anschreiben muss so spezifisch sein, dass er in keinem anderen Brief funktionieren würde. Schaffst du das nicht, streiche die Firma von der Liste, statt eine Floskel einzusetzen.
Woher die richtigen Adressaten kommen
Alle Vorlagen oben setzen zwei Dinge voraus. Du brauchst den richtigen Ansprechpartner und du brauchst einen Anlass.
Beim Ansprechpartner zählt die Person, die über dein Thema entscheidet, samt korrekt geschriebenem Namen. Eine info@-Adresse erfüllt diesen Zweck nicht. Wie du in einem fremden Unternehmen den richtigen Ansprechpartner findest, hängt vor allem an der Firmengröße.
Beim Anlass wird es aufwendiger, denn gekaufte Adresslisten liefern ihn nicht mit. Sie enthalten Firmenname, Branche, Größe und Anschrift. Der Satz, der dein Anschreiben trägt, steht dort nicht drin. Deshalb lesen sich Anschreiben aus gekauften Listen fast immer gleich.
Genau an dieser Stelle setzt Leadscraper an. Statt eine fertige Liste zu kaufen, recherchierst du Unternehmen anhand deiner Kriterien aus öffentlichen Quellen, credit-basiert und mit Nachweis, woher jeder Datenpunkt stammt. Wer den gesamten Ablauf von der Recherche bis zum Erstkontakt abgeben möchte, gibt ihn beim Autopilot als betreuten Service ab, inklusive der handgeschriebenen Briefe, für die im Tagesgeschäft sonst nie jemand Zeit hat.
Die häufigsten Fehler
- Der Brief beginnt mit „wir“. Wenn das erste Wort dein Unternehmen ist, hast du den Rechercheanker vergessen.
- Mehrere Handlungsaufforderungen. Website besuchen, Whitepaper laden und Termin buchen führt dazu, dass nichts davon passiert.
- Erfundene Dringlichkeit. „Nur noch diese Woche“ hat im B2B-Erstkontakt nichts verloren und kostet Glaubwürdigkeit.
- Kein Follow-up geplant. Ein einzelner Kontaktversuch verschenkt den größten Teil der Wirkung.
- Dieselbe Vorlage für Brief und Mail. Beide Kanäle haben unterschiedliche Längen, unterschiedliche Lesesituationen und unterschiedliche Rechtslagen.
- Massenversand über die Hauptdomain. Wer Hunderte Mails am Tag über die Firmendomain schickt, riskiert die Zustellbarkeit der gesamten Unternehmenskommunikation.
Wie viele Anschreiben du wirklich brauchst
Die Antwortquote entscheidet darüber, wie viel Arbeit hinter einem einzigen Termin steckt. Zwei Prozentpunkte mehr oder weniger verändern die Rechnung stärker, als die meisten erwarten.
Wie viele Anschreiben brauchst du für einen Termin?
Die Zahlen zeigen, warum die Auswahl der Unternehmen wichtiger ist als die Menge.
Realistisch sind 2 bis 5 Prozent. Über 8 Prozent erreicht man im Regelfall nur bei Bestandskontakten oder sehr enger Zielgruppe.
Manche Antworten sind Absagen. Die zählen auch, weil sie dir Klarheit bringen.
Bei diesen Werten kommt nicht einmal ein Termin im Monat zustande. Du brauchst rund 111 Anschreiben je Termin.
Spiel einmal durch, was passiert, wenn du die Antwortquote von drei auf fünf Prozent hebst, statt die Menge zu verdoppeln. Genau dort setzt der Rechercheanker an, also bei der Auswahl der Unternehmen und dem ersten Satz.
Fazit
Ein gutes Akquise-Anschreiben ist weniger eine Frage der Formulierung als der Vorarbeit. Der Text selbst folgt einem Muster, das sich in fünf Bausteinen beschreiben lässt. Die Vorlagen oben decken die Situationen ab, die im B2B-Alltag tatsächlich vorkommen.
Die zwei Entscheidungen, die den Unterschied machen, triffst du vorher. Erstens den Kanal, weil er über deine Rechtslage entscheidet und der Brief hier klar im Vorteil ist. Zweitens die Auswahl der Unternehmen, weil ohne konkreten Anlass jede Vorlage zum Serienbrief wird.
Für den Einstieg würde ich zwanzig Unternehmen nehmen statt zweihundert, zu jedem einen echten Anlass recherchieren und Briefe verschicken. Das dauert länger als ein Mailversand und bringt in den meisten Fällen mehr Gespräche. Bei realistischen Antwortquoten von 2 bis 5 Prozent im Outbound entscheidet ohnehin die Treffgenauigkeit über das Ergebnis, nicht die Menge.
Häufige Fragen
Ist ein Akquise-Anschreiben per E-Mail im B2B erlaubt?
Nein, nicht ohne vorherige ausdrückliche Einwilligung. § 7 Abs. 2 Nr. 2 UWG gilt auch zwischen Unternehmen. Eine Ausnahme besteht nach § 7 Abs. 3 UWG für Bestandskunden bei ähnlichen Produkten, wenn auf das Widerspruchsrecht hingewiesen wird. Briefwerbung an Unternehmen ist dagegen ohne Einwilligung zulässig.
Wie lang sollte ein Akquise-Anschreiben sein?
Eine halbe DIN-A4-Seite beim Brief, bei der E-Mail maximal 120 Wörter. Entscheidend ist, dass der Empfänger in unter dreißig Sekunden erfassen kann, warum ihn das betrifft und was er tun soll.
Was gehört in die Betreffzeile?
Ein konkreter Bezug zum Empfänger, kein Werbeversprechen. Betreffzeilen, die nach einem echten Anliegen klingen, werden geöffnet. Formulierungen mit Prozentzahlen und Superlativen werden als Werbung eingeordnet.
Wie oft darf ich nachfassen?
Zwei bis drei Versuche über zwei bis drei Wochen sind üblich. Wichtig ist, dass jeder Versuch etwas Neues enthält und nicht nur an den vorherigen erinnert. Bleibt auch die letzte Nachricht ohne Reaktion, nimm den Kontakt aus dem aktiven Verteiler.
Lohnen sich gekaufte Adresslisten für Anschreiben?
Für den reinen Versand reichen sie aus, für ein wirksames Anschreiben fehlt ihnen das Entscheidende. Listen liefern Firmendaten, aber keinen Anlass für die Ansprache. Genau dieser Anlass ist der Satz, an dem sich entscheidet, ob geantwortet wird.
Brief oder E-Mail, was bringt mehr Antworten?
Bei kalten Kontakten im B2B liegt der Brief vorn, weil im Briefkasten weniger Wettbewerb herrscht und keine Einwilligung nötig ist. Bei bestehenden Kontakten mit Einwilligung ist die E-Mail schneller, günstiger und besser messbar.


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