AI im Vertrieb
03.10.2026

Claude Cowork im Vertrieb: 7 Anwendungsfälle mit Prompts (2026)

Claude Cowork im Vertrieb: sieben Aufgaben von der Leadqualifizierung bis zum Tagesbriefing, mit kopierfertigen Prompts, Sales-Plugin, Kosten und Datenschutz.
Janik Deimann
Janik Deimann
Claude Cowork im Vertrieb: 7 Anwendungsfälle mit Prompts

B2B Leads mit AI generieren?

Mit LeadScraper erstellst du passende B2B Listen in Sekunden. 100 % DSGVO-konform. Ohne Abo!

TESTACCOUNT ANLEGEN

Anthropic hat Claude über Nacht 4.000 Kundenkonten bewerten lassen, damit die eigenen Vertriebsmitarbeiter wussten, bei welchen Kunden sie ansetzen sollten. So steht es in der Ankündigung eines Webinars, in dem zwei Mitarbeiter aus dem Vertrieb des Unternehmens ihre Abläufe zeigen. In einem Video von Anthropic führt eine Vertriebsmitarbeiterin außerdem vor, dass sie ein Kundengespräch in wenigen Minuten nachbereitet statt wie früher in 30. Beides läuft über Claude Cowork.

Im Vertrieb nimmt dir Claude Cowork die Aufgaben ab, die vor und nach dem Kundengespräch anfallen. Die KI liest deine Unterlagen, schaut ins CRM, in den Kalender und ins Postfach und legt dir das Ergebnis fertig vor, etwa ein Briefing oder einen Mailentwurf. In diesem Ratgeber erfährst du, welche sieben Aufgaben du an Cowork abgeben kannst, mit welchen Prompts das klappt und woher du die Leads dafür bekommst.

Das Wichtigste in Kürze
  • In Cowork erledigt Claude mehrstufige Aufgaben selbstständig. Dafür greift die KI auf deine Ordner und Dateien sowie auf angebundene Tools wie CRM, E-Mail und Kalender zu. Seit dem 16. September 2026 führt Anthropic Cowork und den normalen Chat in einer Oberfläche zusammen.
  • Im Vertrieb eignet sich Cowork vor allem für Leadqualifizierung, Account-Recherche, Gesprächsvorbereitung, Gesprächsnachbereitung, die Reaktivierung alter Kontakte, das Pipeline-Review und das Tagesbriefing.
  • Anthropic bietet ein kostenloses Sales-Plugin mit 36 fertigen Skills an, also gespeicherten Arbeitsanweisungen für wiederkehrende Aufgaben. Es funktioniert auch ohne CRM-Anbindung, dann arbeitest du mit hochgeladenen Exporten und Notizen.
  • Kleine Mengen von 10 bis 30 Leads kann Claude nach meiner Einschätzung selbst recherchieren. Für regelmäßige Akquise liefert Leadscraper die Leadliste mit Ansprechpartnern, Cowork übernimmt das Bewerten und Vorbereiten.
  • Lass dir jede Nachricht an Kunden vor dem Versand zur Freigabe vorlegen. Sobald Kundendaten im Spiel sind, empfehle ich eine freigegebene Team- oder Enterprise-Umgebung, weil dort ein Vertrag zur Auftragsverarbeitung gilt.

Was ist Claude Cowork?

Mit Claude Cowork übergibst du der KI ganze Aufgaben. Du beschreibst, was am Ende herauskommen soll, Claude plant die nötigen Schritte, arbeitet sie ab und legt dir das Ergebnis zur Prüfung vor. Laut der Produktseite von Anthropic greift Cowork nur auf die Ordner und Tools zu, die du vorher ausgewählt hast. Dabei kannst du jeden Schritt mitverfolgen, während Cowork umfangreiche Aufgaben aufteilt und die Teile gleichzeitig bearbeitet.

Gestartet ist Cowork am 12. Januar 2026 als Vorschauversion in der Desktop-App für macOS, wie die Versionshinweise von Anthropic zeigen. Seit dem 16. September 2026 führt Anthropic Cowork und den normalen Chat zusammen, zunächst in den Tarifen Pro und Max. Wer die neue Oberfläche schon hat, beschreibt seine Aufgabe einfach direkt im Chat. Alle anderen wählen im Eingabefeld unten links „Cowork“ aus. Am Funktionsumfang ändert sich dadurch im Kern nichts.

MerkmalNormaler ChatCowork
AuftragEine Frage, eine AntwortEine Aufgabe, die Claude Schritt für Schritt abarbeitet
ZugriffHochgeladene Dateien, Websuche und angebundene ToolsZusätzlich die freigegebenen Ordner auf deinem Rechner und ein eigener Browser
ErgebnisAntwort im Chat, Dateien zum HerunterladenFertige Datei im Ordner, Entwurf im Postfach, Eintrag im CRM
DauerSekunden bis wenige MinutenAuch längere Aufgaben, die im Hintergrund laufen
ZeitplanDu startest jede Anfrage selbstGeplante Aufgaben starten zu festen Zeiten von allein

Was du für den Start brauchst

Zum Loslegen genügen ein kostenpflichtiger Claude-Tarif, die Desktop-App und ein Ordner mit deinen Vertriebsunterlagen. Alles andere kannst du später anbinden.

Tarif und Kosten

Cowork gibt es nur in den kostenpflichtigen Tarifen Pro, Max, Team und Enterprise. Anthropic nennt für Pro 20 US-Dollar bei monatlicher Zahlung oder 200 US-Dollar bei jährlicher Zahlung, jeweils vor Steuern. Im Team-Tarif zahlst du pro Nutzer etwas mehr und brauchst mindestens zwei Nutzer. Den genauen Betrag zeigt dir Anthropic beim Abschluss an. In Team und Enterprise ist Cowork von Haus aus eingeschaltet, der Inhaber des Firmenkontos kann es aber abschalten.

Zum Ausprobieren ohne Kundendaten reicht der Pro-Tarif. Sobald Namen, Mails und Gesprächsnotizen von Kunden verarbeitet werden, empfehle ich den Team-Tarif. Warum, steht im Abschnitt zum Datenschutz.

Desktop-App und Arbeitsordner

Den vollen Funktionsumfang bekommst du in der Desktop-App, weil Claude nur dort mit Dateien auf deinem Rechner arbeiten kann. Dafür gibst du einen Ordner frei, dessen Dateien Claude lesen, bearbeiten und speichern darf. Am besten legst du einen eigenen Vertriebsordner an, etwa mit Unterordnern für Leadlisten, Accounts und Vorlagen. So behältst du den Überblick darüber, worauf die KI zugreift.

Eine Änderung steht kurz bevor. Ab dem 6. Oktober 2026 laufen neue Cowork-Aufgaben in den Tarifen Pro und Max auf den Servern von Anthropic. Deine Ordner bleiben auf deinem Rechner. Claude holt sich über die geöffnete Desktop-App nur Kopien der Dateien, die es für eine Aufgabe braucht.

Konnektoren zu deinen Tools

Konnektoren sind Schnittstellen, über die Claude direkt auf deine Systeme zugreift. Das CRM liefert Deals, Kontakte und die bisherige Kundenhistorie, Postfach und Kalender den Schriftverkehr und die Termine. Dazu kommen die Mitschriften aus einem Tool zur Gesprächsaufzeichnung und die internen Absprachen aus dem Teamchat. Je mehr angebunden ist, desto weniger musst du Claude selbst erklären.

Das Sales-Plugin von Anthropic

Ein Plugin ist ein Paket aus Skills, Konnektoren und Befehlen für einen bestimmten Aufgabenbereich. Das Sales-Plugin von Anthropic ist kostenlos, quelloffen und enthält 36 Skills für den gesamten Vertriebsalltag. Claude wählt den passenden Skill selbst aus. Du kannst ihn auch direkt aufrufen, indem du einen Schrägstrich und seinen Namen eintippst. Für den Einstieg reichen die folgenden sieben Skills.

  • account-research recherchiert ein Unternehmen oder eine Person und gleicht das Ergebnis mit deinem Wunschkundenprofil ab.
  • call-prep erstellt vor dem Gespräch ein Briefing mit Teilnehmern, bisherigem Verlauf und passenden Fragen.
  • call-summary macht aus der Gesprächsmitschrift oder deinen Notizen einen Entwurf für die Follow-up-Mail, eine Zusammenfassung fürs Team und Vorschläge für die Einträge im CRM.
  • draft-outreach entwirft eine persönliche E-Mail oder eine Abfolge mehrerer aufeinander aufbauender Nachrichten.
  • pipeline-review prüft Phase für Phase, ob die Pipeline für das Umsatzziel reicht, wie lange Deals schon offen sind und welche zu kippen drohen.
  • forecast formuliert die Umsatzprognose für das Gespräch mit der Vertriebsleitung.
  • daily-briefing fasst Termine, Deals mit nahem Abschlussdatum und unbeantwortete Kundenmails zusammen.

Das Plugin funktioniert auch, wenn noch nichts angebunden ist. Du lädst dann einen Pipeline-Export, eine Gesprächsmitschrift oder eine Liste mit Accounts hoch. So würde ich anfangen, weil du dann schon am ersten Tag siehst, ob die Ergebnisse zu deinem Vertrieb passen. Die IT bittest du erst danach um Freigaben.

Woher die Leads kommen

An Leads kommst du mit Cowork auf zwei Wegen. Beim ersten sucht Claude selbst im Web, liest die Websites der Firmen und gleicht sie mit deinem Wunschkundenprofil ab. Nach meiner Einschätzung klappt das für 10 bis 30 Unternehmen in einer klar umrissenen Nische gut. Bei größeren Mengen wird die Suche lückenhaft, zumal Claude Ansprechpartner mit E-Mail-Adresse und Telefonnummer nur zum Teil findet.

Beim zweiten Weg startest du mit einer fertigen Leadliste. Bei Leadscraper beschreibst du deinen Wunschkunden in eigenen Worten. KI-Agenten durchsuchen daraufhin öffentliche Quellen, gleichen die Firmen mit deiner Beschreibung ab und liefern jeden Treffer mit Begründung und Ansprechpartner. Die Liste legst du in den Arbeitsordner oder überträgst sie direkt in dein CRM, etwa nach HubSpot oder Pipedrive. Ab da übernimmt Cowork das Bewerten und Vorbereiten. Bei regelmäßiger Akquise ist das aus meiner Sicht der bessere Weg, weil die Liste vollständiger ist und Claude sich auf die Auswertung beschränken kann.

So läuft es mit einer fertigen Leadliste

1

Leadliste aus Leadscraper

Passende Firmen mit Ansprechpartner, Begründung und Quelle, als Datei im Arbeitsordner oder direkt im CRM.

2

Cowork qualifiziert

Abgleich mit deinem Wunschkundenprofil, dazu Rangfolge und Begründung je Firma.

3

Cowork bereitet vor

Account-Recherche, Gesprächsbriefing und Einstieg für den ersten Anruf.

4

Du führst das Gespräch

Danach übernimmt Cowork Follow-up, Zusammenfassung und CRM-Pflege.

Was Claude über deinen Vertrieb wissen muss

Wie gut die Ergebnisse werden, hängt davon ab, wie viel Claude über deinen Vertrieb weiß. Ein Anbieter von Vertriebssoftware vergleicht Claude in einem viel gesehenen Video zur Einrichtung mit einem neuen Assistenten. Den stellst du auch nicht am Montag ein und überlässt ihm am Freitag deine Abschlüsse. Erst erklärst du ihm, was ihr verkauft, an wen und in welchem Ton. Bei Claude sind es laut dem Video vier Dinge.

  • Deine Tools. Claude muss wissen, mit welchem CRM, welchem Mailprogramm und welcher Gesprächsaufzeichnung du arbeitest.
  • Dein Angebot und deine Kunden. Dazu gehört, was du verkaufst, wer beim Kunden entscheidet und woran Abschlüsse scheitern.
  • Dein Schreibstil. Gemeint sind Länge, Anrede und Grußformel deiner Mails.
  • Deine Regeln. Hier legst du fest, wie über Preise und Wettbewerber gesprochen wird und was nie ohne Freigabe rausgeht.

Lege dafür in Cowork ein Projekt an, zum Beispiel „Meine Deals“. Was du dort als Anweisung hinterlegst, gilt in jedem neuen Chat dieses Projekts. Den Text dafür kann Claude selbst entwerfen.

Prompt für die Kontextdatei

Lies die Dateien im Ordner „Vorlagen“ und meine letzten 30 gesendeten Kundenmails. Erstelle daraus die Datei „Vertriebskontext.md“ mit vier Abschnitten. Der erste nennt unsere Tools, der zweite beschreibt unser Angebot, unsere typischen Kunden und ihre häufigsten Einwände, der dritte meinen Schreibstil mit Beispielsätzen und der vierte die festen Regeln.

Stelle mir zu jedem Abschnitt Rückfragen, bevor du schreibst. Nimm als Regel auf, dass keine Nachricht an Kunden ohne meine Freigabe verschickt wird.

7 Anwendungsfälle für Claude Cowork im Vertrieb

Die folgenden sieben Aufgaben reichen vom ersten Lead bis zur Pipeline-Steuerung. Die Prompts kannst du kopieren, du musst nur die Angaben in eckigen Klammern ersetzen.

AnwendungsfallWas Cowork dafür brauchtBester Zeitpunkt
Leads finden und qualifizierenWunschkundenprofil, dazu Websuche oder eine Leadliste als DateiVor jeder Akquise-Runde
Account-RechercheFirmenname und Websuche, optional das CRMVor dem Erstkontakt
GesprächsvorbereitungKalender, CRM und PostfachAm Vorabend oder am Morgen des Termins
GesprächsnachbereitungGesprächsmitschrift oder NotizenDirekt nach dem Termin
Alte Kontakte reaktivierenCRM oder Export, dazu das PostfachEinmal im Quartal
Pipeline-Review und ForecastCRM oder Pipeline-ExportJede Woche
TagesbriefingKalender, Postfach und CRMJeden Werktag automatisch

1. Leads finden und qualifizieren

Cowork gleicht jede Firma einzeln mit deinem Wunschkundenprofil ab und begründet seine Einschätzung. Im Alltag bleibt genau diese Arbeit oft liegen. Brauchst du nur wenige Firmen, lässt du Claude selbst suchen.

Prompt, wenn Claude selbst sucht

Finde 20 Unternehmen in [Region] aus der Branche [Branche] mit [Mitarbeiterzahl] Mitarbeitern und diesem Merkmal [zum Beispiel eigener Außendienst]. Öffne jede Website und prüfe dort, ob die Firma wirklich zum Profil passt.

Lege die Datei „Leads_[Datum].xlsx“ mit den Spalten Firma, Website, Ort, Begründung in einem Satz und Quelle je Angabe an. Trage Ansprechpartner und Kontaktdaten nur ein, wenn sie auf der Website stehen. Findest du nichts, bleibt das Feld leer.

Der letzte Satz des Prompts ist wichtig. Fehlt er, füllt ein Sprachmodell leere Felder gern mit Angaben, die nur plausibel klingen. Wie du solche Suchanfragen im Chat aufbaust, zeige ich im Ratgeber Mit Claude Leads generieren.

Mit einer fertigen Leadliste entfällt die Suche. Cowork kümmert sich dann nur noch um die Leadqualifizierung und sortiert die Liste so, dass die besten Firmen oben stehen.

Prompt mit einer Leadliste aus Leadscraper

Lies die Dateien „Leadliste.csv“ und „Vertriebskontext.md“. Öffne zu jeder Firma die Website aus der Spalte „Website“. Bewerte auf einer Skala von 1 bis 5, wie gut die Firma zu unserem Wunschkundenprofil passt. Begründe die Bewertung in einem Satz mit einem Beleg von der Website.

Teile die Arbeit in Pakete zu je 15 Firmen auf. Speichere das Ergebnis als „Leadliste_bewertet.xlsx“, sortiert nach Bewertung. Die Kontaktdaten aus der Ursprungsliste bleiben unverändert.

Die Aufteilung in Pakete stammt von einem YouTuber, der mit seinem Team Vertriebsabläufe in Cowork aufbaut. Cowork bearbeitet die Pakete gleichzeitig. Nach seinen Angaben lassen sich so auch Listen mit 100 bis 200 Einträgen in einem Durchgang abarbeiten.

2. Account-Recherche vor dem Erstkontakt

Zu den besten Firmen der Liste erstellt Cowork je ein Kurzprofil mit allem, was du für den Gesprächseinstieg brauchst. Dazu gehören aktuelle Meldungen, Stellenanzeigen, neue Standorte und die Themen, die den Ansprechpartner vermutlich gerade beschäftigen.

Prompt für die Account-Recherche

Recherchiere die zehn Firmen mit der höchsten Bewertung aus „Leadliste_bewertet.xlsx“. Erstelle pro Firma eine Seite mit dem Geschäftsmodell in zwei Sätzen, den Neuigkeiten der letzten sechs Monate, einem konkreten Anlass für ein Gespräch und passenden Fragen für den Einstieg.

Nenne zu jeder Aussage die Quelle mit Link. Schreibe „nicht gefunden“, wenn es zu einem Punkt nichts gibt. Speichere alles im Ordner „Accounts“, eine Datei pro Firma.

Im Sales-Plugin erledigt der Skill account-research dieselbe Aufgabe für eine einzelne Firma. Geht es um mehrere Firmen auf einmal, ist der Prompt von oben praktischer.

3. Gesprächsvorbereitung

Vor einem Termin trägt Cowork zusammen, was sonst über mehrere Programme verteilt ist. Die Vertriebsmitarbeiterin aus dem Anthropic-Video lässt sich auf diese Weise ein Briefing aus CRM, Gesprächsaufzeichnungen, E-Mails, Teamchat und Web erstellen. Nach eigener Aussage ist sie damit über den Kunden vollständig im Bilde, bevor das erste Gespräch beginnt.

Prompt für das Gesprächsbriefing

Ich habe morgen um [Uhrzeit] ein Gespräch mit [Firma]. Erstelle ein einseitiges Briefing. Wer nimmt teil und in welcher Rolle? Was haben wir bisher besprochen? Welche Punkte sind offen? Mit welchen Einwänden muss ich rechnen und wie antworte ich darauf?

Nutze CRM, Kalender, meine Mails mit der Firma und die Datei im Ordner „Accounts“. Setze ans Ende fünf Fragen, mit denen ich ins Gespräch einsteigen kann.

Ist noch nichts angebunden, beschreibst du den Termin in zwei Sätzen und fügst deine Notizen ein.

4. Gesprächsnachbereitung

Nach dem Termin erstellt Cowork aus der Mitschrift des Gesprächs eine Liste deiner Aufgaben, eine Zusammenfassung fürs Team und einen Entwurf für die Mail an den Kunden. Im Beispiel von Anthropic legt Claude jedes dieser Ergebnisse zur Freigabe vor.

Prompt für die Nachbereitung

Lies die Mitschrift des heutigen Gesprächs mit [Firma]. Erstelle erstens eine Liste meiner Aufgaben mit Termin. Zweitens eine Zusammenfassung fürs Team mit Bedarf, Entscheidern, nächsten Schritten und Risiken. Drittens den Entwurf einer Follow-up-Mail in meinem Stil mit höchstens 120 Wörtern.

Schlage Änderungen am Deal im CRM vor und zeige sie mir als Liste. Trage nichts ein und verschicke nichts, bevor ich zugestimmt habe.

Dieser Anwendungsfall zahlt sich aus meiner Sicht am schnellsten aus, weil die Nachbereitung am Ende eines langen Tages gern auf morgen verschoben wird.

5. Alte Kontakte reaktivieren

In fast jedem CRM schlummern Kontakte, die einmal Interesse hatten und sich dann nicht mehr gemeldet haben. Der YouTuber aus dem ersten Anwendungsfall lässt Claude im CRM alle als verloren markierten Leads durchgehen. In seinem Beispiel fand Cowork 160 Einträge, las die alten E-Mail-Verläufe und sortierte die Kontakte danach, wie gut sie zum Wunschkundenprofil passen. Er lässt dabei zusätzlich LinkedIn-Profile automatisch auslesen. Diesen Teil lasse ich bewusst weg, die Gründe stehen im Abschnitt zum Recht.

Prompt für die Reaktivierung

Gehe alle Deals der letzten zwölf Monate mit dem Status „verloren“ oder „keine Antwort“ durch. Lies zu jedem Kontakt den letzten Mailverlauf. Prüfe auf der Website der Firma, ob sich seitdem etwas geändert hat.

Erstelle eine Liste mit Firma, Ansprechpartner, Grund für den damaligen Abbruch, neuem Anlass und Priorität von 1 bis 3. Schlage zu jedem Kontakt mit Priorität 1 einen Einstieg für den Anruf vor.

Nebenbei zeigt dir die Liste, welche Firmen bei dir häufig abspringen. Mit diesem Wissen schärfst du deine Beschreibung des Wunschkunden in Leadscraper und suchst gezielt nach Leads, die deinen gewonnenen Kunden ähneln.

6. Pipeline-Review und Forecast

Cowork geht alle offenen Deals durch, markiert die ohne Aktivität und formuliert die Umsatzprognose, den Forecast, für das wöchentliche Gespräch mit der Vertriebsleitung. Bei Anthropic gehört laut Webinar-Ankündigung ein Freitags-Forecast zu den festen Cowork-Abläufen. Die Zahlen kommen aus Salesforce und der Datenbank des Unternehmens und erscheinen in dem Format, das die Führungsebene erwartet.

Prompt für das Pipeline-Review

Lies die Datei „Pipeline_Export.csv“. Zeige mir für jede Phase die Anzahl der Deals, das Volumen und das durchschnittliche Alter. Liste alle Deals auf, bei denen seit mehr als 14 Tagen nichts passiert ist oder deren Abschlussdatum schon zweimal verschoben wurde.

Schreibe danach eine kurze Einschätzung für mein Gespräch mit der Vertriebsleitung. Rechne jede Summe nach und gib an, aus welchen Zeilen sie stammt.

Die Aufforderung zum Nachrechnen würde ich nie weglassen, denn bei Zahlen schleichen sich am leichtesten Fehler ein. Welche Kennzahlen in ein solches Review gehören, liest du im Ratgeber zur Sales Pipeline.

7. Tagesbriefing als geplante Aufgabe

Eine geplante Aufgabe startet zu einer festen Zeit von selbst. Laut der Hilfeseite von Anthropic läuft sie auf den Servern des Anbieters und damit auch dann, wenn dein Rechner zugeklappt ist. Als Rhythmus stehen stündlich, täglich, wöchentlich und werktags zur Auswahl. Für das Tagesbriefing genügen die Konnektoren. Sobald eine geplante Aufgabe Dateien von deinem Rechner braucht, muss die Desktop-App geöffnet sein.

Prompt für das Tagesbriefing, werktags um 7:30 Uhr

Erstelle mein Vertriebsbriefing für heute. Liste meine Kundentermine auf, jeweils mit kurzem Kontext aus CRM und Mailverlauf. Nenne die Deals, deren Abschlussdatum in den nächsten sieben Tagen liegt. Zeige mir Kundenmails, die seit mehr als 24 Stunden unbeantwortet sind.

Setze ans Ende die wichtigsten Aufgaben für heute. Das Briefing soll höchstens 300 Wörter lang sein.

Vom Prompt zum Skill

Ein Skill ist, wie oben erwähnt, eine gespeicherte Arbeitsanweisung, die Claude bei Bedarf lädt. Er lohnt sich für alles, was du öfter als zweimal brauchst. Am einfachsten baust du ihn, indem du die Aufgabe einmal gemeinsam mit Claude erledigst. Du korrigierst unterwegs und schreibst am Ende „Erstelle aus diesem Ablauf einen Skill“. Deine Korrekturen stecken dann in der Anweisung, sodass du sie beim nächsten Mal nicht wiederholen musst.

Der Skill selbst ist eine einfache Textdatei, die du öffnen und ändern kannst. Du kannst also jederzeit nachlesen, nach welchen Regeln die KI arbeitet.

Grenzen von Claude Cowork im Vertrieb

Cowork leistet gute Arbeit, wenn Auftrag, Kontext und Daten stimmen. Mit vier Schwächen solltest du von Anfang an rechnen.

  • Anweisungen gehen verloren. Claude merkt sich inzwischen einiges von einem Chat zum nächsten, verlässlich ist das aber nicht. Feste Regeln gehören deshalb ins Projekt oder in einen Skill.
  • Fehler bei Zahlen und Fakten. Summen, Termine und Produkteigenschaften prüfst du, bevor du sie weitergibst.
  • Dünne Ergebnisse bei dünner Datenlage. Mit reiner Websuche bleibt die Recherche an der Oberfläche. Ohne CRM kennt Claude deine Vorgeschichte mit dem Kunden nicht.
  • Technische Hürden. Es kommt vor, dass Cowork einzelne Websites nicht aufrufen kann.
Aus der Community

Im Subreddit r/ClaudeCowork beschreibt ein Nutzer seine Einrichtung für Marketing und Vertriebssteuerung mit 67 eigenen Skills, 15 Konnektoren und 15 geplanten Aufgaben. Er hat 49 Pannen schriftlich aufgearbeitet, darunter übersprungene Anweisungen, falsche Zahlen und erfundene Produktfunktionen. Sein Schluss daraus lautet, dass die Wahl des Modells vielleicht 20 Prozent der Qualität ausmacht und die übrigen 80 Prozent von dem abhängen, was man drumherum aufbaut. In den Kommentaren vergleicht er die Arbeit mit einem Team vergesslicher Praktikanten, die für alles eine Schritt-für-Schritt-Anleitung brauchen.

In einem zweiten Thread wollte jemand die Websites aus einer Firmenliste prüfen lassen und scheiterte daran, dass Cowork die Seiten nicht aufrufen konnte. Als mögliche Ursache wurde eine Sicherheitssoftware im Firmennetz genannt, geklärt wurde der Fall im Thread nicht.

Zwei Regeln nehme ich daraus mit. Cowork schreibt die Entwürfe, verschickt wird aber erst nach deiner Freigabe. Außerdem kann Cowork nur so gut arbeiten, wie die Daten sind, die du ihm gibst. Das gilt für das CRM genauso wie für die Leadliste. Leadscraper begründet jeden Treffer, nennt die Quelle und lernt aus deinem Feedback, sodass die Liste dein Wunschkundenprofil von Suche zu Suche genauer trifft.

Akquise selbst aufbauen oder abgeben

Ein Vertriebsablauf mit Cowork wird mit der Zeit immer besser, wenn sich jemand im Team darum kümmert und Prompts, Skills und Regeln nach jeder Erfahrung nachschärft. Für Unternehmen mit eigener Vertriebsmannschaft ist das gut investierte Zeit, weil das Wissen im Haus bleibt.

Wer diese Zeit lieber in Kundengespräche steckt, kann Recherche und Erstansprache abgeben. Der Leadscraper Autopilot recherchiert passende Unternehmen und Entscheider, spricht sie individuell an und fasst nach. Du steigst ein, sobald jemand Interesse zeigt. Cowork bleibt dann dein Werkzeug für Vorbereitung, Nachbereitung und Pipeline-Pflege.

Datenschutz und Recht

Liest Cowork eine Datei oder einen CRM-Eintrag, werden die Inhalte auf den Servern von Anthropic verarbeitet. Namen, E-Mail-Adressen und Gesprächsnotizen sind personenbezogene Daten, es gilt also die DSGVO. Für die Tarife Team und Enterprise gelten die Commercial Terms von Anthropic, zu denen ein Vertrag zur Auftragsverarbeitung gehört. Anthropic darf mit deinen Inhalten in diesen Tarifen keine Modelle trainieren. In den Tarifen Free, Pro und Max legst du in den Datenschutzeinstellungen selbst fest, ob deine Chats ins Training einfließen. Für Kundendaten empfehle ich eine vom Unternehmen freigegebene Team- oder Enterprise-Umgebung. Der Vertrag zur Auftragsverarbeitung allein macht den Einsatz noch nicht datenschutzkonform. Sprich den Einsatz vorher mit eurem Datenschutzbeauftragten ab.

Für die Ansprache gilt zusätzlich das Wettbewerbsrecht. Werbe-E-Mails ohne vorherige ausdrückliche Einwilligung sind nach § 7 Abs. 2 Nr. 2 UWG auch gegenüber Unternehmen unzulässig. Das berechtigte Interesse aus der DSGVO kann Recherche und Speicherung der Kontaktdaten abdecken, für den Versand einer Werbemail reicht es aber nicht aus. Lass Cowork deshalb Mails nur für Kontakte entwerfen, die eingewilligt haben oder für die die Bestandskundenausnahme nach § 7 Abs. 3 UWG greift. Für den kalten Erstkontakt bleibt der Brief. Ein Anruf bei einem Unternehmen ist zulässig, wenn zumindest eine mutmaßliche Einwilligung anzunehmen ist. Mehr dazu steht im Ratgeber zu Cold-E-Mail-Outreach.

In mehreren Videos verschickt Cowork über den Browser automatisch Kontaktanfragen auf LinkedIn oder liest dort Profile aus. Davon rate ich ab. LinkedIn verbietet in seiner Nutzervereinbarung das automatische Auslesen von Profilen sowie Bots und andere automatisierte Verfahren ohne Genehmigung, die Kontakte hinzufügen oder Nachrichten verschicken. Wer das trotzdem macht, riskiert die Sperrung seines Kontos.

Fazit

Claude Cowork nimmt dem Vertrieb die Arbeit vor und nach dem Kundengespräch ab. Recherche, Vorbereitung, Nachbereitung und Pipeline-Pflege laufen im Hintergrund, während du telefonierst. Am meisten holst du heraus, wenn Claude deinen Vertrieb kennt, du jede Nachricht selbst freigibst und mit guten Daten startest.

Mein Rat für die erste Woche lautet, klein anzufangen. Richte den Arbeitsordner ein, installiere das Sales-Plugin und lass Cowork ein paar echte Gespräche vor- und nachbereiten. Danach nimmst du die Akquise dazu. Eine Leadliste aus Leadscraper, der Prompt zur Qualifizierung und die Account-Recherche für die zehn besten Firmen ergeben zusammen einen Ablauf, den du jede Woche wiederholen kannst.

Häufige Fragen zu Claude Cowork im Vertrieb

Was kostet Claude Cowork?

Cowork ist in den kostenpflichtigen Claude-Tarifen enthalten und kostet nichts extra. Laut Preisseite kostet Pro 20 US-Dollar bei monatlicher oder 200 US-Dollar bei jährlicher Zahlung, jeweils vor Steuern. Den lokalen Endpreis zeigt Anthropic beim Abschluss; Team wird pro Nutzer berechnet. Im kostenlosen Tarif gibt es Cowork nicht. Laut Anthropic verbraucht Cowork das Nutzungskontingent schneller als der normale Chat.

Kann Claude Cowork selbst Leads finden?

Ja, in kleinen Mengen. Claude sucht im Web, liest die Websites der Firmen und gleicht sie mit deinem Wunschkundenprofil ab. Für 10 bis 30 Firmen reicht das nach meiner Einschätzung. Bei größeren Mengen und bei Ansprechpartnern mit Kontaktdaten ist eine Leadliste aus einem spezialisierten Tool wie Leadscraper die verlässlichere Grundlage.

Funktioniert Cowork ohne CRM-Anbindung?

Ja. Du arbeitest dann mit Dateien, also mit einem Pipeline-Export, deinen Gesprächsnotizen und deiner Leadliste. Das Sales-Plugin von Anthropic ist ausdrücklich für beide Fälle ausgelegt. Mit Anbindung sparst du dir das Hochladen und Claude kennt die Vorgeschichte eines Kunden.

Was ist der Unterschied zwischen Claude Cowork und Claude Code?

Claude Code ist für Entwickler gedacht und arbeitet in deren Programmierumgebung. Cowork überträgt dasselbe Prinzip auf die Arbeit mit Dokumenten, Tabellen und Unternehmenssoftware. Für den Vertrieb ist Cowork das passende Werkzeug.

Läuft Claude Cowork unter Windows?

Ja. Die Desktop-App gibt es für Windows und macOS, für Linux als Beta-Version. Im Web und in den mobilen Apps steht Cowork ebenfalls als Beta-Version zur Verfügung.

Lass KI-Agenten 24/7 für dich arbeiten

Leadscraper hilft dir, genau die Entscheider zu erreichen, die wirklich Interesse haben. Schnell. Einfach. DSGVO-konform.
4.8 / 5.0
Exzellentes Nutzerfeedback